Esther Zahel

In einer Zeit, in der die traditionellen Künste eine eher schüchterne Haltung einnehmen, untersucht Esther Zahel, wie die Malerei als klassisches Medium greifbar in den Raum treten kann. Das bezieht sich nicht nur auf die unzähligen Objekte und Materialien, die Gegenstand ihrer Werke sind, sondern auch auf den Gedankengang, der sie dorthin geführt hat, und den Prozess ihrer Entstehung. Indem sie mit Farben, Formen und Materialien und deren Einordnung in den Raum experimentiert, sucht Zahel nach Antworten darauf, wie sich die Zukunft der Malerei anfühlen wird.

Zahel ist mit der Mathematik vertraut, deren abstrakte Antworten sich aus den mechanischen Denkprozessen ergeben, die sie hervorbringen. In der Mathematik geht es um den Prozess, wie auch in Zahels Werk. Der Künstler fordert, dass jedes Gemälde die große Dichotomie zwischen dem rationalen Prozess und dem irrationalen Ergebnis aufgreift. Für die „Mathematik“ ist der Ruf eine Farce. Wie die Kunst kann sie an ihrer abstrakten Grenze die gleichen Fragen über die menschliche Psyche, das Universum und die Erfahrung stellen. Zahel drängt die Vorstellungskraft dazu, diesen Bereich zu betrachten, der durch ihren Prozess entstanden ist, eine Methode der Formalität und Struktur, die niemals den Moment des existenziellen Staunens vergisst. Tatsächlich wählt Zahel weder den Ruf der Kunst noch den der Mathematik, sondern verfolgt ihren eigenen Weg dazwischen, indem sie Elemente aus beiden extrahiert, um fesselnde Werke zu schaffen, die den Geist und das Auge ansprechen.