Anaïs Cousin – Là

4.000,00 

Entstehungsjahr: 2020
Maße: 120 x 140 cm
Technik: Öl auf Leinwand

1 vorrätig

Kategorie:

Description

Literatur und Film sind große Inspirationsquellen für Anaïs Cousin. Sie ist interessiert an Erzählweisen, die das Alltagsleben zeigen, die Realität auf sehr einfache Weise darstellen und doch etwas Besonderes darin entdecken. Insbesondere die Filme der Nouvelle Vague faszinieren sie, jene Werke, die mit Gewohnheiten spielen, in denen beispielsweise Bild und Ton nicht synchron laufen. Sie erzeugt eine minimale Störung und macht das Publikum aufmerksam, lässt es Details erkennen, die zuvor in der Gewohnheit untergingen. „In meinen Gemälden isoliere ich Gegenstände und Figuren. Wenn ein Element isoliert ist, verliert es seine gewohnte Nutzung und Bedeutung. Dadurch befreit es sich von seiner Zeitlichkeit.“ Anaïs Cousin arbeitet mit gewohnten Bildern. Sie bringt Gegenstände in andere Deutungszusammenhänge, vereinfacht sie und enthebt sie ihrer ursprünglichen Bedeutung. Dabei spielt sie mit der Ästhetik von Stoffen, mit Materialität und Licht, verfremdet Situationen, sodass im Kopf der Betrachtenden automatisch eine neue Geschichte entsteht.

Das Gemälde „Là“ beispielsweise ist eine Szene, die Cousin in ihrer Wohnung inszeniert hat. Es ist ihr Tisch, ihre Stühle, jedoch anders arrangiert als normal. Sie legte einen Stoff darüber, als wären die Menschen, die in der Wohnung leben, für längere Zeit verreist. Doch der Strauß frischer Blumen in der Vase erzählt eine andere Geschichte. Es ist ein bisschen absurd. „Ich mag, wenn etwas stört.“

Die Bilder von Anaïs Cousin bestehen aus subtilen Gegensätzen: die Stabilität der Stuhlbeine im Vergleich zur Instabilität des zu großen Blumenstraußes in der zu kleinen Vase, das Drinnen und das Draußen, Präsenz und Absenz.

Die Arbeiten erzählen auch den Gegensatz zwischen dem Gegenständlichen und dem Menschlichen, zwischen dem Belebten und dem Unbelebten. Die Betonung der Dinge und ihrer Solidität unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der Objekte gegen die Zeit, „in der der Mensch nur noch weiter verfallen kann.“

Anaïs Cousin malt mit Öl auf Leinwand. In vielen feinen Lasuren entstehen ihre Werke.

Etwa einen Monat braucht die Künstlerin für ein Bild. „Diese Zeit ist mir sehr wichtig. Ich genieße diese Zeit mit dem Bild.“

Betrachtet man die Arbeiten von Anaïs Cousin ergeben sich immer neue Deutungsmöglichkeiten, immer neue Geschichten werden sichtbar. „Man kann das Bild als ein Spiel verstehen“, sagt sie. Ein Maler versuche immer ein Motiv, eine Figur, einen Gegenstand zu repräsentieren. „Und die Frage ist: Wieviel kann man zeigen und wieviel kann man verbergen?“

 

Geboren in St. Malo, Frankreich, besuchte Anaïs Cousin nach ihrem Schulabschluss ein Jahr eine private Kunstschule in Paris bevor sie in die Schweiz zog, wo sie einen Bachelor in Kunstgeschichte machte. Ab 2014 studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste in München in der Klasse Prof. Anke Doberauer und schloss 2021 ab. Parallel machte sie 2019 ihren Master in Kunstgeschichte an der Université de Lille. Anaïs Cousin erhielt 2019 das Deutschlandstipendium von Kremer Pigmente und gewann 2020 den Publikumspreis des Aichacher Kunstpreises. Ihre Arbeiten wurden u.a. in Solo- und Gruppenausstellungen im Atelier von Woyski in Berlin, im Salon Kosch in Genf, in der Villa De Bank in Enschede, Niederlande und beim Prix de l’AMMA Sorbonne im Bastille Design Center in Paris gezeigt. Anaïs Cousin lebt und arbeitet in München.

Zusätzliche Information

Entstehungsjahr

2020

Maße

120 x 140 cm

Technik

Öl auf Leinwand

Anaïs Cousin - Là

4.000,00 

1 vorrätig